+++ Tatort-Kritiker(in) gesucht! +++

Du verpasst keinen neuen Tatort, kannst deine Meinung fundiert zu Papier bringen und möchtest sie auf dieser Seite mit tausenden Lesern teilen? Dann melde dich per Kontaktformular bei uns.

Tod auf dem Rhein

Folge: 757 | 28. Februar 2010 | Sender: SWR | Regie: Patrick Winczewski

So war der Tatort:

Bild: SWR/Jacqueline Krause-Burberg
Wenig prickelnd. Und das, obwohl große Teile des 57. Einsatzes von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) auf der berühmten Rennstrecke in Hockenheim spielen und den entscheidenden Hinweis auf den Täter eine Champagnerflasche liefert, die bei einer rauschenden Siegesfeier auf dem Rhein als Tatwaffe zweckentfremdet wird. Immerhin: Kollege Peter Becker (Peter Espeloer) von der Spurensicherung kommt daduch in den Genuss, drei Dutzend verschiedene Champagner-Sorten in den Ludwigshafener Getränkemärkten aufzutreiben, um im Labor die passende Marke zu ermitteln und so ein wenig Licht ins Dunkel bei der Mördersuche zu bringen. Dabei ist der Crew um Rennstall-Mäzen und Elektronikmogul Christian Hamacher (Bruno Apitz, Waidmanns Heil), der sich mit seinem eigenen Motorsport-Team einen langjährigen Traum erfüllt hat und ordentlich Kohle in den Betrieb pumpt, doch eigentlich schnuppe, mit welchem Schampus man sich auf Schiff und Siegertreppchen bespritzt.

Odenthal: "An Bord der Yacht haben Sie mit Champagner auf Ihren Sieg angestoßen. Welche Sorte?"
Hamacher: "Keine Ahnung. Irgendwas Französisches. Hauptsache, es perlt."

Hauptsache, es perlt. Und Hauptsache, es dröhnt dem Zuschauer ordentlich in den Ohren, möchte man ergänzen: Die Geschichte, die Drehbuchautor Horst Freund (Dagoberts Enkel) und Regisseur Patrick Winczewski (Bluthochzeit) dem Sonntagabendpublikum hier auftischen, ist dermaßen konstruiert und abstrus, dass die aufheulenden Motoren der mit bekannten Marken (Motorola, Vodafone, Shell) nur so zugepflasterten Rennwagen fast noch das Beeindruckendste am 757. Tatort sind. Hauptkommissarin Odenthal trägt 90 Minuten lang dasselbe Outfit - von ihrer engen Joggingkluft, in der sie alle zwanzig Minuten vor tristen Ludwigshafener Betonkulissen einsam ihre Bahnen zieht, einmal abgesehen. So sind es einmal mehr die Szenen mit Mario Kopper (Andreas Hoppe), die den Unterhaltungswert zumindest ein wenig steigern: Während Lena mühsam über ein Tor klettert, geht der italienische Kollege einfach durch die Tür. Schauspielerisch gefällt Susann Uplegger (Kinderland) als Rennfahrerin Gabi Stein noch am ehesten, während Nachwuchsdarsteller Jeremias Koschorz eindrucksvoll demonstriert, dass er noch lange nicht ausgelernt hat. Und dann sind da noch die Toten Hosen, deren banale, wenn auch eingängige Botschaft "Steh auf, wenn du am Boden bist" nahtlos an Regie und Drehbuch anknüpft.

Bewertung: 2/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen