Kinderland

Folge: 834 | 8. April 2012 | Sender: MDR | Regie: Thomas Jauch

So war der Tatort:

Bild: MDR/Junghans
Von der Idee her zunächst mal nicht ganz neu, schließlich gab es die Kooperation Leipzig-Köln bereits zweimal: Im Jahr 2000, als das Quartett in Leipzig, bestehend aus Max Ballauf, Freddy Schenk, Kain und Bruno Ehrlicher, zunächst gemeinsam in der sächsischen Landeshauptstadt auf Mörderfang ging und 2002 schließlich zu einem Rückspiel in Köln zusammenfand. Als gute Entscheidung der Drehbuchautoren erweist sich jene, die Neuauflage des Quartetts auch diesmal wieder  paarweise auf Tuchfühlung gehen zu lassen: Über den subtilen Flirt zwischen Saalfeld und Schenk, bei dem Simone Thomalla auf die zuverlässigen Dienste ihrer dunklen Augen zurückgreift, darf ebenso herzhaft geschmunzelt werden wie über die schmerzhafte erste Begegnung der "harten Hunde" Keppler und Ballauf und deren späteren verkrampften Abschied.

Dem Straßenkind-Milieu, dessen Protagonisten in ihren Punk-Outfits seltsam kostümiert wirken, wird hingegen wenig Neues abgewonnen: Allenfalls der schmierige Olaf Dürer (Sebastian Weber), der den jugendlichen Ausreißerinnen gegen entsprechende Dienstleistungen ein Dach über den Kopf anbietet, erweitert die soziale Problematik um einen bis dato weniger beleuchteten Aspekt. Dass die Spannungskurve über die gesamten eineinhalb Stunden gegen den Nullpunkt tendiert, ist angesichts der doppelt so langen Spieldauer des als Zweiteiler angelegten Krimis zwar nicht überraschend, mit der direkt folgenden Fortsetzung am Ostermontag allein aber nur bedingt zu entschuldigen.

Bewertung: 5/10

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